201603.14

Verjährungsfristen im polnischen Recht

Die Verjährungsfristen können durch Rechtsgeschäft weder verlängert noch abgekürzt werden. Man kann auch auf die Verjährungseinrede während ihrer Dauer nicht verzichten. Die Verjährungsfrist beginnt zu laufen (anders als in Deutschland), wenn der Anspruch fällig wird.

Besondere Verjährungsfristen gelten für die Schadensersatzansprüche aus einer unerlaubten Handlung (Delikt). Der Anspruch auf Ersatz eines durch eine unerlaubte Handlung verursachten Schadens verjährt nach Ablauf von drei Jahren ab dem Tag, an dem der Geschädigte vom Schaden und von der zum Ersatz verpflichteten Person erfahren hat, längstens jedoch nach zehn Jahren ab dem Tage des Schadenseintritts. Ist der Schaden jedoch durch ein Verbrechen oder Vergehen verursacht, so verjährt der Schadensersatzanspruch nach Ablauf von zwanzig Jahren ab dem Tage des Begehens der Straftat ohne Rücksicht darauf, wann der Geschädigte von dem Schaden und von der zum Schadensersatz verpflichteten Person Kenntnis erlangt hat.

Für die Ansprüche aus bestimmten Verträgen (z.B. Kauf-, Werk-, Auftragsvertrag) gelten besondere Verjährungsfristen (zwei Jahre).

Die Verjährung wird unterbrochen:
1) durch jede Handlung, die vor Gericht oder einem anderen für die Entscheidung von Angelegenheiten oder die Vollstreckung von Ansprüchen der gegebenen Art zuständigen Organ oder vor einem Schiedsgericht unmittelbar zur Geltendmachung, Feststellung, Befriedigung oder Sicherung eines Anspruchs vorgenommen wurde;
2) durch Anerkennung des Anspruchs durch den Anspruchsgegner;
3) durch Einleitung der Mediation.